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Tag: Walter Benjamin

Bürger Quadfasel

Lars Quadfasels angenehm schlussfolgerungsfreies Dossier “Adornos Leninismus” in der jw 21 stellt die immergrüne Frage nach der Rolle der Avantgarde für die Revolution. Bzw., wie Quadfasel ganz richtig kurzschließt, die Frage nach dem Verhältnis von Intellektuellen und Proletariat. Er versucht aber nicht so sehr eine Antwort auf diese Frage zu finden, als vielmehr Adornos Haltung zu dieser Frage freizulegen. Der rote Faden ist ihm Adornos Lenin-Rezeption, die sich, wie er anfangs erläutert, auf nur sehr wenige direkte Zitate stützen kann, und die deshalb um Adornos Kritik an Benjamin (die er z.T. mit Verweis auf Lenin stützte) und einige Ausführungen zu Adornos Musiktheorie (“Revolutionstheorie, das ist in seinen Schriften vor allem Musikphilosophie“) ergänzt werden.

Am ehesten wird Quadfasels eigene Meinung zum Thema in einem parenthetischen Satz spürbar: “Und wirklich kann wohl nur Avantgarde sein, wem das [nämlich sein Avantgarde sein] unheimlich ist.” Im Grunde also folgt Quadfasel Adornos Leninlektüre darin, dass eine Avantgarde nötig sei, sie muss sich selbst bloß ausreichend unsicher, oder unheimlich sein, um “jene spezifische intellektuelle Reaktionsweise – die geistige Distanz” gegenüber “den Entfremdungserfahrungen der Masse” zu wahren.
Ohne den Wert des Aufsatzes schmälern zu wollen, so ist doch auf zweierlei hinzuweisen.

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Staatstheoretische Todo-Liste

Wolfgang von Kempelen: Türkischer Schachspieler (Kupferstich aus dem Buch: Freiherr Joseph Friedrich zu Racknitz, Ueber den Schachspieler des Herrn von Kempelen, Leipzig und Dresden 1789)

Wolfgang von Kempelen: Türkischer Schachspieler (Kupferstich aus dem Buch: Freiherr Joseph Friedrich zu Racknitz, Ueber den Schachspieler des Herrn von Kempelen, Leipzig und Dresden 1789)

Wenn Walter Benjamin mit seiner Diagnose vom Kapitalismus als Religion recht hat, und wenn Carl Schmitt mit seiner These von den theologischen Fundamenten der Staatsphilosophie recht hat, und wenn Jacob Taubes mit seiner Analyse, dass Benjamin Schmitt von links, d.h. von unten liest, recht hat, dann müßte sich mit Marx als dem Begründer des historischen Materialismus als Theorie des Kapitalismus und mit Schmitts auf Benjaminsche Weise invertierter Staatsphilosophie eine kritische Staatstheorie entwickeln lassen.

In Bezug dazu: Schon das Benjamin Religion im Kapitalismus, Schmitt aber Theologie im Staat sieht, weisst auf bestimmte (wichtige?) Beziehungen zwischen Staat und Kapitalismus hin. Nämlich, dass der Staat in einer höheren Abstraktionsebene als der Kapitalismus zu bestimmen sein wird.

In Bezug dazu: Eine Parallele zwischen Kapitalismus und (christlicher) Religion besteht im Paulinischen Universalitätsgebot (s. Badiou): Vor Geld und Gott (und vielleicht: vor dem idealen Rechtsstaat?) sind alle gleich.

Paulus und sein Christos

Paulus scheint ein wichtiger Fokuspunkt für die Frage nach dem Messianismus zu sein. Dabei ist es interessant, sowohl seinen missionarischen Eifer als auch seine philo- bzw. polito-theologischen Argumente für seinen Messias und ihre aktuellen Interpretationen zu betrachten.

Hl. Paulus von El Greco

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