(review of: Chris Kraus: Where art belongs)
I like how Chris Kraus always contextualizes the art she talks about. Art is always a product of circumstances (Xavier LeRoy) first and foremost. It is never just “the work” that stands on its own, at best informed by some unmutable history. Art to Chris Kraus is a subjective result of an attitude that is as much rooted in the artists condition of production as in the observer’s vantage point. “I am trying to find a way to work”, says Moyra Davey (pg. 108) while Janet Kim’s work as curator rests in her community as well as in her ability to build this community. The “Sex Workers Art Show” turns the conditions of production into a label and preserves enough proletarian drive to be not just art but also of political consequence.
“Where art belongs” – the longing in the title already betrays the romantic in Chris Kraus. And that the romantic elements often closely relate to the conditions of production is my major problem with her writing. Why – when it touches the hardship and the alienation – does her writing avoid the confrontation by fleeing into a romantic world?
Confluency and conflation of personal history (Ceŝar and the Nazis) evoke Pynchon’s magical realism. In these essays meaning is given to art works and to attitudes of artists’ almost like a spell. By not quite saying the word, as if speaking it would render the magic void. This of course is just a different reading of the “romantic” touch in Chris Kraus work. Continue reading ‘Chris Kraus’ Where Art Belongs’ »
Eine schrittweise Rezension in vier Emails
aus der ersten email:
Tagsüber ist selbst lesen nicht ganz einfach – ich habe elizabeth grosz – chaos, territory, art angefangen und habe einen ganzen Tag für die ersten 24 seiten gebraucht… das Buch scheint wirklich ein ziemlich zweifelhaftes Projekt zu sein, fast möchte man meinen, es wurde in dem Wissen geschrieben, dass es den Künstler/innen als Zielgruppe reicht, wenn man imposante Zusammenhänge behauptet, und dass die sich doch nicht die Mühe machen, darüber näher nachzudenken. In a nutshell (wohlgemerkt die ersten 24 seiten): Kunst ist wie Philosophie in erster Linie eine Kontext-Maschine, in der neue Beziehungsrahmen geschaffen bzw. vorhandene durchbrochen werden, jeweils mit dem Ziel, das ungeordnete Chaos der zugrundeliegenden Natur erfahrbar und natürlich insbesondere neu erfahrbar zu machen. Kunst geht es um Sensations (Erfahrungen?), aber nicht um das reproduzieren von Sensations sondern um das Erzeugen von neuen. (Denn Reproduktion ist keine Kunst…) Und natürlich geht es nicht darum, eine Hierarchie zwischen Kunst und Philosophie aufzumachen, eher die gemeinsamen Wurzeln freizulegen, trotzdem ist natürlich klar (?), dass Architektur die primäre Kunstform ist, von der sich alle anderen ableiten, denn das Medium der Architektur sind ‘frames’ (Beziehungsrahmen), wie man unschwer feststellen kann, wenn man sich architektonische Pläne anschaut. Viel von dem imposanten Gepräge des Textes entsteht durch den doppelten Bezug auf Deleuze und Darwin, wobei der eine wohl für die Verwurzlung in der aktuellen Debatte und der andere für wissenschaftliche Credibility herhalten muss. Zusätzlich zum oben geäußerten Verdacht des unverblümten Opportunismus befürchte ich auch noch eine essentialistische, also sehr konservative Stoßrichtung, wie sie in Wendungen wie ‘irreducibility of sexual difference’ schon aufscheint. Lustig in jedem Fall die mehrfach wiederholte Behauptung, dass Deleuze Konzeptkunst scheisse fand…
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This plugin provides a format-block for the extjs HtmlEditor. It is based on the work of Shea Frederick and some code from TinyMCE. This plugin has sofar only been tested in Firefox, so if anybody uses it and finds it to be buggy, please drop me a line and a patch if possible. Save the following code to a file, add this to your html before extjs-all.js and install it the same way as the plugins by Shea Frederick, so go and take a look there. Since I took some code from TinyMCE this code is licensed under the LGPL.
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Wolfgang von Kempelen: Türkischer Schachspieler (Kupferstich aus dem Buch: Freiherr Joseph Friedrich zu Racknitz, Ueber den Schachspieler des Herrn von Kempelen, Leipzig und Dresden 1789)
Wenn Walter Benjamin mit seiner Diagnose vom Kapitalismus als Religion recht hat, und wenn Carl Schmitt mit seiner These von den theologischen Fundamenten der Staatsphilosophie recht hat, und wenn Jacob Taubes mit seiner Analyse, dass Benjamin Schmitt von links, d.h. von unten liest, recht hat, dann müßte sich mit Marx als dem Begründer des historischen Materialismus als Theorie des Kapitalismus und mit Schmitts auf Benjaminsche Weise invertierter Staatsphilosophie eine kritische Staatstheorie entwickeln lassen.
In Bezug dazu: Schon das Benjamin Religion im Kapitalismus, Schmitt aber Theologie im Staat sieht, weisst auf bestimmte (wichtige?) Beziehungen zwischen Staat und Kapitalismus hin. Nämlich, dass der Staat in einer höheren Abstraktionsebene als der Kapitalismus zu bestimmen sein wird.
In Bezug dazu: Eine Parallele zwischen Kapitalismus und (christlicher) Religion besteht im Paulinischen Universalitätsgebot (s. Badiou): Vor Geld und Gott (und vielleicht: vor dem idealen Rechtsstaat?) sind alle gleich.
Gershom Scholems These von der essentiellen Differenz zwischen christlichem und jüdischem Messianismus sondert den Geruch des Dogmas ab. Oder, wie Jacob Taubes sagt:
Ich würde gerne zeigen, dass das von Gershom Scholem präsentierte historische Material [auf das sich og.g These stützt] auch eine andere Lesart gestattet, welche allerdings einen flexibleren theoretischen Bezugsrahmen voraussetzt als den, der seine wissenschaftlichen Bemühungen um ein Verständnis der messianischen Idee im Judentum bestimmt. (J.T. , Der Preis des Messianismus, S. 45)
Nach Scholem nämlich hat das Judentum
in all seinen Formen und Gestaltungen, stets an einem Begriff von Erlösung festgehalten, den es als einen Vorgang auffaßte, welcher sich in der Öffentlichkeit vollzieht, auf dem Schauplatz der Geschichte und im Medium der Gemeinschaft, kurz, der sich entscheidend in der Welt des Sichtbaren vollzieht und ohne solche Erscheinung im Sichtbaren nicht gedacht werden kann. Demgegenüber steht im Christentum eine Auffassung, welche Erlösung als einen Vorgang im geistigen Bereich und im Unsichtbaren begreift, der sich in der Seele, in der Welt jedes einzelnen abspielt und der eine geheime Verwandlung bewirkt, der nichts Äußeres in der Welt entsprechen muss.
(G.S. “Über einige Begriffe des Judentums“, S. 121, zititiert nach J.T. S 29f)
Zu den zentralen Schlußfolgerungen aus dieser Dichotomie gehört für Scholem, dass auch die Sicht auf die Zukunft, denn dort wird der Messias erwartet, entsprechende Unterschiede aufweist. Während im Christentum die Zukunft als Erlösung bekannt ist, und alle Geschichte von der Zukunft her bestimmt ist, so ist im Judentum nach Scholem die Zukunft unbestimmt, aber auf erwartungsvolle Weise, denn jeder zukünftige Moment könnte der Moment der Ankunft des Messias sein.
Soweit ich dieses Thema bisher durchdrungen habe, scheint es Paulus gewesen zu sein, der zuerst die messianische Idee mit einem besonderen Verständnis von Zeit zusammengebracht hat (s. Agamben, Die Zeit die bleibt). Und dass diese Frage, die Frage nach der messianischen Zeit – oder säkularisiert die Frage nach einer Philosophie der Geschichte – bis heute hochaktuell ist, lässt sich daran ablesen, mit welchem Interesse gegenwärtig Benjamins Thesen zu diesem Thema diskutiert werden.
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Paulus scheint ein wichtiger Fokuspunkt für die Frage nach dem Messianismus zu sein. Dabei ist es interessant, sowohl seinen missionarischen Eifer als auch seine philo- bzw. polito-theologischen Argumente für seinen Messias und ihre aktuellen Interpretationen zu betrachten.

Hl. Paulus von El Greco
Ich kultiviere ein ausgeprägtes Unbehagen, wenn es um ‘esoterische’ Heilmethoden geht. Sei es Homöopathie oder Aromatherapie oder Handauflegen usw. usf., solche ‘autoritären’ Verfahren sind mir immer schon suspekt gewesen. ‘Autoritär’ deshalb, weil die Heilwirkung solcher Verfahren am Ende immer mit schwer zu hinterfragender Autorität behauptet wird. Entweder wird auf einen Erfinder verwiesen, der in einem genialen Augenblick eine Einsicht hatte, und bzw. oder es wird auf Heilerfolge verwiesen, ohne allerdings nachvollziehbar zu erklären, wie diese Erfolge zustande kommen.
Norman Cohns Buch “The Pursuit of the Millennium” ist die geschichtliche Darstellung einer Reihe von größeren und kleineren sozialen Bewegungen, denen gemeinsam ist, dass sie ihre Ziele in mehr oder weniger endzeitlichen Begriffen formuliert haben. Cohn schreibt:
This book deals with the milleniarianisms that flourished amongst the rootless poor of western Europe between the eleventh and the sixteenth centuries; and with the circumstances that favored it. But if that is the main theme, it is not the only one. For the poor did not create their own milleniarian faiths, but received them from would-be prophets or would-be messiahs. And these people, many of them former members of the lower clergy, in turn took their ideas from the most diverse sources. … This book examines both how these various bodies of millenarian belief originated and how they were modified in the course of being transmitted to the poor.
(S. 14)
Viele, wenn auch nicht alle der beschriebenen Bewegungen haben Klassenkampfcharakter, d.h. sie sind Bewegungen von Armen bis sehr Armen, die sich gegen die herrschende Klasse richten. Cohn verfolgt die These, dass alle – also auch moderne – Bewegungen, die die vollständige Umwälzung der Gesellschaft anstreben, zumindest teilweise endzeitlichen Charakter haben. Und in welcher Art man sich den endzeitlichen Charakter vorstellen muss, wird vielleicht am folgenden Beispiel deutlich:
The self-exaltation of the poor emerges still more clearly from the curious stories, compounded of fact and legend, which are told of the people called ‘Tafurs’. A large part – probably by far the larger part – of the People’s Crusade [in the year 1096] perished on its journey across Europe; but enough survived to form in Syria and Palestine a corps of vagabonds – which is what the mysterious word ‘Tafur’ seems to have meant. Barefoot, shaggy, clad in raggish sackcloth, covered in sores and flith, living on the roots and grass and also at times on the roasted corpses of their enemies, the Tafurs were such a ferocious band that any country the passed through was utterly devastated. Too poor to afford swords and lances, they wielded clubs weighted with lead, pointed sticks, knives, hatchets, shovels, hoes and catapults. When they charged into battle they gnashed their teeth as though they meant to eat their enemies alive as well as dead. …
The Tafurs are shown as having a king, le roi Tafur. He is said to have been a Norman knight who had discarded horse, arms and armour in favour of sackcloth and a scythe. At least in the beginning he was an ascetic for whom poverty had all the mystical value which it was to possess for St. Francis and his disciples. …








